6. Panorthodoxes Jugendtreffen

"Freiheit und Verantwortung"

Am Samstag, 7. Oktober 2017, fand bereits zum sechsten Mal das Panorthodoxe Jugendtreffen im Bildungszentrum Mater Salvatoris in Wien statt. Zentrales Thema der Workshops war die Frage nach Freiheit und Verantwortung der Jugendlichen in der heutigen Gesellschaft. Die Relevanz dieses Themas, besonders für Jugendliche, spiegelte auch die große Zahl von teilnehmenden Jugendlichen aus ganz Österreich wider.

Foto: © George Banac, www.studiobanac..at

Foto: © George Banac, www.studiobanac..at

Das Jugendtreffen wurde mit einer feierlichen Liturgie eröffnet, die gemeinsam von Metropolit Arsenios, dem orthodoxen Klerus von Österreich aus verschiedenen Gemeinden und zahlreich erschienenen Jugendlichen und Erwachsenen in der Kirche zum Göttlichen Heiland zelebriert wurde. In seiner Predigt sprach Metropolit Arsenios über die Wichtigkeit und Bedeutung der den Menschen von Gott geschenkten Freiheit, die der Mensch in verantwortungsvoller Weise ausüben soll: Freiheit und Verantwortung gehören immer zusammen. Der Mensch ist frei in seiner Entscheidung – nicht nur in kleinen Belangen, sondern letztlich sogar frei, sich für Gott zu entscheiden oder sich abzuwenden, muss allerdings auch für seine Entscheidung einstehen und die Konsequenzen zu tragen bereit sein. Der Metropolit hob hervor, dass eine Entscheidung für Christus in der heutigen Zeit vielleicht nicht „angemessen“ erscheint, wir aber dank Seiner Zusage, dank Seines Kreuzes und Seiner Auferstehung, immer in Seiner Liebe sind und leben.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen vertieften die Kinder und Jugendlichen das Thema bei mehreren Workshops:

Die Mönche aus St. Andrä erklärten, wie sie durch freiwilligen Verzicht frei werden für Gott. Sie gaben einige praktische Anregungen in der Einübung freiwilligen Verzichts, der auch Menschen außerhalb des Klosters großen Gewinn bringen könne und Abhängigkeiten vermeide: Etwa wäre es eine gute Übung, das Smartphone für einen halben Tag bewusst nicht zu gebrauchen. So würde nicht das Gerät den Rhythmus des Menschen zu bestimmen beginnen, sondern der Mensch bliebe Herr über den Einsatz des Gerätes.

In einem weiteren Workshop kamen die Seelsorger der Russischen Kirche mit den jungen Menschen ins Gespräch über die oft gar nicht so einfache Entscheidungsfreiheit angesichts schwieriger Situationen und thematisierten in diesem Kontext Schuld, Sühne und Versöhnung.

Der rumänische Bischofsvikar ordnete im von ihm gestalteten Workshop das Thema in die heutige Lebenswelt ein und zeigte unter anderem sehr schön auf, dass Freiheit im christlichen Sinn nicht gleichzusetzen sei mit dem Liberalismus im weltlichen Sinn, da dieser die untrennbar zur Freiheit gehörende Verantwortung nicht immer ausreichend im Blick habe.

Der Militärseelsorger reflektierte Freiheit und Verantwortung im Kontext der großen und kleinen Lebensentscheidungen, die einer grundsätzlichen Orientierung bedürften.

In einem fünften Workshop studierten die Kinder und Jugendlichen das Loblied „Heilig ist der Herr Zebaoth“ ein; beim abschließenden Fest rundete dieses gemeinsam als Gebet vorgetragene Lied den Tag ab.

Bei einem von der Serbischen Kirche zubereiteten Buffet, diversen weiteren Darbietungen und Aktivitäten, etwa dem Gestalten von Ikonen auf Glas, klang der Tag aus.

Das 6. Panorthodoxe Jugendtreffen war – Gott sei der Dank – ein großer Erfolg. Die Metropolis von Austria dankt gleichzeitig allen Organisatoren und Helfern mit einem von Herzen kommenden „Vergelt’s Gott!“.