Rückblick 2015: Viertes Panorthodoxes Jugendtreffen in Wien

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Am Samstag, 4. Oktober, fand in Wien bereits zum vierten Mal das panorthodoxe Jugendtreffen statt. Der Tag begann mit der Feier der Göttlichen Liturgie in der Kirche des Bildungszentrums Mater Salvatoris, welche unter dem Vorsitz von Metropolit Arsenios von Austria gemeinsam mit Bischof Andrej, 11 orthodoxen Priestern und 3 Diakonen zelebriert wurde. Mehrere hundert Gläubige, vor allem Jugendliche, nahmen an der Liturgie teil. Der Gottesdienst wurde vom Chor der russischen Kathedrale des Hl. Nikolaus in Wien unter der Leitung von Tatiana Stcherba begleitet und verschönert. Die Kirche sowie die Räumlichkeiten des Bildungszentrums wurden, wie bereits im vergangenen Jahr, von den Schwestern vom göttlichen Erlöser in großer Gastfreundschaft für das diesjährige Jugendtreffen zur Verfügung gestellt.

In seiner Predigt brachte Bischof Andrej seine große Freude über die rege Teilnahme und große Motivation der Jugendlichen, die zu diesem Jugendtreffen gekommen waren, zum Ausdruck. Es sei ein sichtbarer und wichtiger Ausdruck der Einheit der Orthodoxen Kirche in Österreich, gemeinsame Veranstaltungen wie diese zu organisieren. Auch die Wichtigkeit der Teilnahme an der Göttlichen Liturgie hob er hervor. In der Liturgie komme Christus zu uns und wir zu ihm. Durch das gemeinsame Feiern der Liturgie und durch die Kommunion werden wir mit Christus und miteinander vereinigt.

Nach der Liturgie waren alle Teilnehmer zum gemeinsamen Mittagessen geladen, danach begaben sie sich in den Festsaal der Schule, um den Vortrag von Mönchspriester Paisios zu hören. Vater Paisios, der Abt des gerade im Aufbau befindlichen Klosters Maria Schutz im Burgenland, erläuterte die Wichtigkeit und Bedeutung der Kommunion für die Gläubigen sowie die angemessene Vorbereitung auf den Empfang des Leibes und Blutes Christi. Die Kommunion sei in erster Linie Gemeinschaft. Durch den Empfang der Heiligen Gaben wird der Mensch mit Christus eins und erlebt eine enge Verbindung mit Ihm. Auf diese Vereinigung, also diese Nähe zu Gott, müsse sich der Mensch durch Gebet, Beichte und Fasten entsprechend vorbereiten. Außerdem sei die Kommunion Ausdruck der Gemeinschaft und Verbundenheit aller Gläubigen der Kirche. Deshalb werde in jeder Liturgie für den Bischof der Diözese gebetet, die Bischöfe beten für den Ersthierarchen der jeweiligen autokephalen Kirche und der jeweilige Ersthierarch für den Ökumenischen Patriarchen und alle anderen Vorsteher der autokephalen Kirchen. In4. Panothodoxes Jugendtreffen der Kommunion realisiere sich also in erster Linie die Einheit Gottes mit dem Menschen, aber auch die Einheit der Kirche. Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Vater Paisios zahlreiche Fragen der Zuhörer, wodurch sich eine anregende Diskussion ergab.

Im Folgenden führte eine Gruppe rumänischer Jugendlicher ein Theaterstück mit dem Titel „Der barmherzige Vater“ auf, welches vom biblischen Gleichnis des verlorenen Sohnes inspiriert war. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde ein Film aus drei Segmenten vorgeführt, welche von den Jugendlichen der serbischen, rumänischen und russischen Gemeinden zum Thema „Kommunion“ gedreht worden war. Alle Darbietungen fanden regen Anklang.

Metropolit Arsenios von Austria dankte allen Organisatoren und Helfern, insbesondere auch den Orthodoxen Religionslehrerinnen und -lehrern, für ihre Bemühungen bei der Vorbereitung und Durchführung des 4. Panorthodoxen Jugendtreffens. Es sei eine Freude, bei solch einer Veranstaltung die Gemeinschaft der orthodoxen Christen zu erleben und sichtbar zu machen. Er betonte, dass durch die Begegnungen miteinander sowie mit Bischöfen und Priestern die Jugendlichen über Ihren Glauben sprechen, Fragen äußern und Antworten finden können. Dies stärke den Glauben jedes Einzelnen und ermögliche uns allen, vor der Welt Zeugnis unseres Glaubens abzulegen. Es sei unser aller Aufgabe, uns zu Christus zu bekennen und vor der Welt die frohe Botschaft seiner Auferstehung zu verkünden und zu leben, in Taten, in Worten und in jeder alltäglichen Situation. Zur Erfüllung dieser Aufgabe wünschte der Metropolit allen Anwesenden Gottes Beistand und Segen.

Im Anschluss begaben sich alle Teilnehmer in den Hof, um bei Musik und Tanz und traditionellen Speisen miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch die Gelegenheit, das soeben Gehörte sowie weitere geistliche Fragen mit Metropolit Arsenios und den anwesenden Priestern im persönlichen Gespräch zu vertiefen, wurde reichlich genutzt. Die angebotenen Gelegenheiten zum Ikonenmalen und Gebetsschnurknüpfen fanden ebenfalls begeisterten Anklang. Die Teilnehmer zeigten sich von der schönen, festlichen Atmosphäre überaus angetan.

Fotos: George Banac/Studiobanac